Rats- und Marktkirche St. Johannis


Die evangelisch-lutherische Rats- und Marktkirche St. Johannis in Göttingen ist ein kirchlicher Resonanzraum, in dem Glaube und Theologie mit zeitgenössischer Kunst und Kultur, mit vielfältiger Kirchenmusik, mit Wissenschaft und Stadtgesellschaft in den Dialog treten und drängende Zeitfragen wie existenzielle Sinnfragen aufgenommen und bearbeitet werden. Sie ist ein Ort der Kommunikation des Evangeliums in Gottesdiensten und Lebensfesten und öffnet gleichzeitig die Tür für kulturelle Veranstaltungen zeitgenössischer und klassischer Kunst. Sie ist Konzertort für ihre vielfältigen kirchenmusikalischen Gruppen und wird genutzt für Aufführungen moderner Ballett-Choreographien und Theaterperformances. Der Raum unterstreicht und verstärkt dabei mit seiner wirkmächtigen Architektur die Aussagen der künstlerischen Formate, die ihm wiederum eine unerwartete Leichtigkeit geben. Durch diese Verbindungen entstehen vielfältige Resonanzachsen, die den Besucher:innen ermöglichen, Raum, Kultur und Glaube auf verschiedenen Ebenen zu erleben.


Die warme und einladende Atmosphäre des Kirchraums erreicht auch Menschen, denen Kirche fremd ist. Die an mehreren Nachmittagen in der Woche geöffnete Kirche wird von zahlreichen Besuchenden als Ruhepol mitten in der quirligen Innenstadt genutzt. Mitten auf dem Weihnachtsmarkt bietet sie im Advent tausenden Menschen einen Ort der Besinnlichkeit. Jeden Samstagmittag wird zur Turmbesteigung und zu einem Blick auf Göttingen von oben eingeladen. Mehrere Ausstellungen pro Jahr, kombiniert mit Mitmach-Aktionen und literarischen und geistlichen Textimpulsen ermöglichen eine Auseinandersetzung mit Sinnfragen und gesellschaftlich aktuellen Themen.
Gottesdienste werden sowohl in klassischen als auch in experimentelleren Formen gefeiert, in denen regelmäßig die künstlerischen Formate aufgenommen werden und mit theologischen Anfragen und Aussagen verknüpft werden. Im monatlichen Abendgottesdienstformat „Klangraum“ tritt die Kirchenmusik in besonderer Weise in den Dialog mit dem gesprochenen Wort und schafft damit über die klassische Verkündigung hinausgehende Resonanzachsen.
 
Daneben erlaubt der Kirchraum die Nutzung für kirchliche und säkulare Zusammenkünfte, er dient als Forum für den Diskurs der Stadtgesellschaft und steht auch für kommerzielle Veranstaltungen zur Verfügung. Ausgestattet mit Veranstaltungstechnik in Licht und Ton, mit einer flexiblen Bestuhlung, die auch ungewöhnliche Aufstellungen in Kirchraum und Empore ermöglicht, mit Toiletten, Fußbodenheizung, Lüftung sowie Klimatechnik und einem barrierefreien Zugang erfüllt die Kirche alle Anforderungen der Veranstaltungsstätten-Verordnung. Die Verbindung dieser modernen baulichen Attribute mit der mittelalterlichen Architektur eines geweihten Kirchraums eröffnet Perspektiven, Kirche neu zu denken, sie aus ihrer musealen Randlage wieder in die Mitte der Stadtgesellschaft zu bewegen und setzt damit die Kraft christlicher Botschaften in ein neues Licht.
 
 
Die Rats- und Marktkirche St. Johannis ist einer von fünf Kirchorten der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Göttingen-Mitte, kooperiert eng mit den Kunstschaffenden der Stadt Göttingen und der Region und unterhält ebenso enge Verbindungen zur Stadt Göttingen, Pro City e.V., Göttingen Marketing, der Universität Göttingen und weiteren stadtgesellschaftlichen Einrichtungen.

 

Öffnungszeiten unserer Kirche:
Dienstag bis Freitag 14 Uhr - 18 Uhr
Samstag 11-17 Uhr
Und zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen

 

 

Die Kirche und verschiedene Veranstaltungen

 

 

Die Lichtinstallationen

 

 

Zahlen, Daten, Fakten
~ 1100       Erster romanischer Vorgängerbau?

 

zwischen 1216 und 1245 Zweiter, spätromanischer Vorgängerbau

 

1222          Dendrochronologisch datierter Balken im Dachwerk

 

1272          Erste urkundliche Erwähnung

 

~ 1300       Beginn des gotischen Neubaus

 

1348          Dachwerk des Langhauses und Stiftung einer Glocke

 

~ 1400       Vollendung des Nordturms

 

1529/30    Die Stadt Göttingen und alle ihre Kirchen werden evangelisch

 

1544-48    Die ersten „evangelischen“ Modernisierungen: Unter Superintendent Joachim Mörlin werden die mittelalterlichen Seitenaltäre und die Chorschranken entfernt

 

1569          Weißer Anstrich, Beseitigung der mittelalterlichen Innenausmalung

 

1636          Die zweite, barocke Modernisierung: Altar von Ludolph Büsinck

 

1791          Die dritte, frühklassizistische Modernisierung: Ausstattung mit Kanzelaltar und doppelten Emporen auf beiden Seiten, Absenkung des Altarraums (Sakristei hinter dem Kanzelaltar)

 

1896          Die vierte, neogotische Modernisierung durch Conrad Wilhelm Hase: Ausmalung, Öffnung des Altarraums, neuer Altar, Fenster von Henning & Andres

 

1931          Die fünfte Modernisierung: neue Farbgestaltung, Wände hell getüncht, architektonische Elemente in Rotsandstein gefasst

 

1954/60    Orgel von Paul Ott, erweitert 2000 von Rudolf Janke

 

1964/66    Die sechste Modernisierung im Stil der Moderne: Graue Ausmalung und Emporenverkleidung, Betonblock als Altar, Kruzifix und Kanzel von Heinz Heiber, Taufstein und Lesepult von Helmut Uhrig, Holzparkettfußboden im Kirchenschiff.

 

2014-21     Die siebte Modernisierung: Ausmalung des Altarraums und des Kirchenschiffs nach 
                   Ursprungsbefunden. Altartisch, Kanzel und Lesepult von Agnes Gensichen und Markus Zink.